Problemlösung
Akku lädt nicht mehr
Bevor Sie einen neuen Akku kaufen, lohnt sich eine systematische Fehlersuche — oft steckt eine einfache Ursache dahinter.
Wenn der Akkuschrauber-Akku im Ladegerät steckt, sich aber nichts tut oder die Kontrollleuchte ein ungewöhnliches Muster zeigt, ist das erst einmal kein Grund zur Panik. Ein Ladevorgang, der nicht startet, kann mehrere sehr unterschiedliche Ursachen haben — von banal bis tatsächlich defekt. Wer die Ursachen der Reihe nach durchgeht, spart sich häufig den Neukauf eines kompletten Akkusystems.
Wichtig vorab: Ein Lithium-Ionen-Akku darf unter keinen Umständen selbst geöffnet werden, auch nicht zur Fehlersuche. Die verbauten Zellen stehen unter Spannung und können bei unsachgemäßem Umgang Schaden nehmen oder sich entzünden.
Erste Diagnose: Kontakte prüfen und reinigen
Die häufigste und zugleich harmloseste Ursache sind verschmutzte oder leicht oxidierte Kontakte an Akku oder Ladeschale. Staub, Sägemehl oder eine dünne Oxidschicht auf den Metallflächen reichen bereits aus, um den Ladestrom zu unterbrechen. Ziehen Sie den Akku ab, betrachten Sie die Kontaktflächen bei gutem Licht und reinigen Sie sie vorsichtig mit einem trockenen Tuch oder einem weichen Pinsel. Setzen Sie den Akku danach erneut fest und gerade in die Ladeschale ein, da ein schräg aufgesetzter Akku ebenfalls keinen Kontakt herstellt.
Das Ladegerät selbst testen
Funktioniert die Reinigung nicht, ist als Nächstes das Ladegerät an der Reihe. Prüfen Sie zunächst die Steckdose mit einem anderen Gerät, um einen simplen Stromausfall auszuschließen. Besitzen Sie einen zweiten Akku desselben Systems, laden Sie diesen probeweise im selben Ladegerät. Lädt der zweite Akku normal, liegt die Ursache eindeutig beim ursprünglichen Akku und nicht am Ladegerät. Haben Sie keinen zweiten Akku zur Hand, kann auch ein kurzer Blick in die Bedienungsanleitung helfen, das Blinkmuster der Kontrollleuchte richtig zu deuten — viele Hersteller signalisieren damit bereits, ob ein Akku- oder ein Ladegerätefehler vorliegt.
Tiefentladung: Wenn der Akku zu lange ungenutzt lag
Lithium-Ionen-Akkus besitzen eine Schutzschaltung, die bei sehr niedriger Spannung den Akku komplett abschaltet, um die Zellen vor Schäden zu bewahren. Lag ein Akku sehr lange ungenutzt und nahezu leer in der Werkzeugkiste, kann diese Schutzschaltung den Ladevorgang zunächst blockieren. Manche Ladegeräte erkennen einen solchen Zustand und versuchen automatisch eine sehr sanfte Erhaltungsladung — das kann deutlich länger dauern, als Sie es vom normalen Nachladen gewohnt sind. Geben Sie dem Ladegerät in diesem Fall etwas Zeit, bevor Sie von einem endgültigen Defekt ausgehen.
Alter und Verschleiß: Wenn der Akku das Lebensende erreicht hat
Wie jeder Akku verlieren auch Lithium-Ionen-Zellen mit der Zeit und nach vielen Ladezyklen an Kapazität, bis sie irgendwann gar keine Ladung mehr annehmen. Ein sicheres Warnzeichen ist eine sichtbare Verformung oder Aufwölbung des Akkugehäuses: Ein aufgeblähter Akku darf keinesfalls weiterverwendet oder weiter geladen werden, da die Zellchemie dann bereits geschädigt ist. Entsorgen Sie einen solchen Akku fachgerecht über eine Batterie-Sammelstelle, statt ihn im Hausmüll zu entsorgen oder gar zu versuchen, ihn zu öffnen.
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Preis auf Amazon prüfenSchritt-für-Schritt-Reihenfolge zur Fehlersuche
Gehen Sie am besten in dieser Reihenfolge vor: Erst die Kontakte an Akku und Ladeschale reinigen und den Akku fest einsetzen. Dann das Ladegerät mit einem zweiten Akku oder an einer anderen Steckdose testen. Zeigt sich dabei kein Fortschritt, dem Akku bei vermuteter Tiefentladung etwas Zeit im Ladegerät geben. Bleibt der Ladevorgang danach weiterhin erfolglos und zeigt der Akku keine äußeren Auffälligkeiten, deutet das auf einen echten Zelldefekt hin, der sich nicht mehr beheben lässt.
Vorbeugen: So bleibt der Akku länger ladefähig
Die zuverlässigste Vorbeugung ist regelmäßige Nutzung statt langer Standzeiten, ein mittlerer Ladezustand bei längerer Lagerung und ein trockener, temperaturstabiler Aufbewahrungsort. Ausführliche Hinweise dazu, wie Sie die Lebensdauer eines Lithium-Ionen-Akkus im Alltag verlängern, finden Sie in unserem Ratgeber Akku-Pflege für lange Lebensdauer. Wer im Winter draußen arbeitet, findet zusätzliche Hinweise zum Umgang mit Kälte in unserem Ratgeber Akkuschrauber im Winter: Akku und Kälte — dort geht es um vorübergehend verringerte Leistung bei Kälte, nicht um einen Akku, der komplett den Ladevorgang verweigert.
Wann sich ein Neukauf lohnt
Ist der Akku tatsächlich am Ende seiner Lebensdauer und ein Einzelersatzakku für Ihr System unverhältnismäßig teuer, kann ein komplettes neues Set mit zwei Akkus und Ladegerät wirtschaftlicher sein — insbesondere wenn das ursprüngliche Gerät bereits älter ist. So starten Sie mit frischer Akkutechnik und einer sinnvollen Ersatzreserve für den Alltag.
Herstellergarantie prüfen, bevor Sie selbst tätig werden
Bevor Sie einen Ersatzakku bestellen, lohnt sich ein Blick auf Kaufdatum und Garantiebedingungen. Viele Hersteller gewähren auf Akkus eine eigene, oft kürzere Garantiezeit als auf das Gerät selbst, da Akkus als Verschleißteile gelten. Liegt der Kauf noch innerhalb dieser Frist und zeigt der Akku eindeutige Fabrikationsmängel statt normalen Verschleiß, lohnt sich der Kontakt zum Hersteller-Service, bevor Sie auf eigene Kosten Ersatz beschaffen. Bewahren Sie Kaufbeleg und Originalverpackung deshalb nach Möglichkeit auf, solange das Gerät neu ist.
Achten Sie außerdem darauf, dass Akkus unterschiedlicher Hersteller oder unterschiedlicher Spannungsklassen grundsätzlich nicht miteinander kompatibel sind, selbst wenn sie äußerlich ähnlich aussehen. Ein vermeintlich passender Akku eines Fremdherstellers kann im schlimmsten Fall gar nicht erst korrekt laden oder die Schutzelektronik des Ladegeräts auslösen, was fälschlich wie ein Defekt wirkt. Mehr zu den Vor- und Nachteilen, sich auf ein einziges Akku-Plattformsystem festzulegen, lesen Sie in unserem Ratgeber Akku-Plattform: Ein Hersteller-System wählen?.