Problemlösung
Bohrfutter öffnet nicht
Meist steckt Staub oder eine Verkantung dahinter, kein defektes Gerät.
Die Hülse des Bohrfutters lässt sich nicht mehr drehen, ein Bit oder Bohrer sitzt fest, oder das Futter schließt nicht mehr richtig — dieses Problem tritt vor allem nach staubintensiven Arbeiten auf, etwa nach dem Bohren in Mauerwerk oder Beton. Bevor Sie an einen Defekt denken, lohnt sich ein systematischer Blick auf die häufigsten, gut behebbaren Ursachen.
Ursache 1: Staub und Schmutz im Spannmechanismus
Die häufigste Ursache ist feiner Staub, der sich zwischen der äußeren Hülse und den innen liegenden Spannbacken festgesetzt hat. Gerade Bohrstaub aus Mauerwerk oder Beton ist sehr fein und dringt leicht in den engen Spalt ein, wo er sich mit der Zeit verhärtet oder verklumpt und die Bewegung blockiert. Das Bohrfutter lässt sich dann weder öffnen noch richtig schließen, obwohl der Mechanismus selbst intakt ist.
So reinigen Sie ein verstaubtes Bohrfutter
Nehmen Sie den Akku heraus oder ziehen Sie den Netzstecker, bevor Sie am Bohrfutter arbeiten. Blasen Sie den sichtbaren Spalt zwischen Hülse und Spannbacken zunächst gründlich mit Druckluft aus, um losen Staub zu entfernen. Lässt sich die Hülse danach noch immer nicht bewegen, geben Sie einen einzigen Tropfen dünnflüssiges Kriechöl in die Trennfuge und arbeiten Sie die Hülse vorsichtig mit kleinen Hin- und Herbewegungen frei, statt sie mit Kraft aufzudrehen. Wischen Sie überschüssiges Öl anschließend ab, damit später kein Bit im Betrieb herausrutscht.
Ursache 2: Bohrer oder Bit schräg oder mit zu wenig Kraft eingespannt
Wurde ein Werkzeug schräg oder mit zu wenig Vorspannung in die geöffneten Spannbacken eingesetzt, kann sich das Bohrfutter beim Zudrehen verkanten, sodass es weder ganz schließt noch sich wieder ohne Widerstand öffnen lässt. Öffnen Sie die Hülse in diesem Fall vollständig, entnehmen Sie das Werkzeug — notfalls mit einer Zange, wenn es sich klemmt — und setzen Sie es beim nächsten Mal gerade und mittig in die Spannbacken ein.
Ursache 3: Automatische Spindelarretierung nicht korrekt gelöst
Viele Akkuschrauber sperren die Antriebsspindel automatisch, sobald das Gerät steht, damit sich das Bohrfutter überhaupt von Hand auf- und zudrehen lässt. Ist diese Arretierung durch eine Fehlbedienung oder einen leeren Akku nicht sauber aktiv, dreht sich beim Versuch, die Hülse zu öffnen, stattdessen die gesamte Spindel mit. Prüfen Sie, ob der Akku ausreichend geladen ist, und versuchen Sie es erneut mit einem festen, gleichmäßigen Griff um die Hülse.
Ursache 4: Mechanischer Verschleiß oder Defekt
Lässt sich das Bohrfutter auch nach gründlicher Reinigung und vorsichtigem Ölen nicht mehr bewegen, kann der Spannmechanismus selbst mechanisch beschädigt sein, etwa durch einen Sturz oder starken seitlichen Druck beim Bohren. In diesem Fall hilft nur noch der Austausch des Bohrfutters oder, je nach Alter und Wert des Geräts, der Griff zu einem neuen Akkuschrauber aus unserer Kategorie Akkuschrauber 18V.
Schnellspann- oder Zahnkranz-Bohrfutter: Unterschiedliche Anfälligkeit
Die meisten modernen Akkuschrauber besitzen ein Schnellspannbohrfutter, das sich ganz ohne Werkzeug allein von Hand öffnen und schließen lässt. Genau dieser komfortable Mechanismus mit seinen feinen Gewindegängen ist aber auch anfälliger für eindringenden Staub als ein älteres Zahnkranzbohrfutter, das mit einem separaten Schlüssel bedient wird und dadurch etwas unempfindlicher, aber weniger komfortabel im Alltag ist. Wissen Sie, welcher Bohrfuttertyp an Ihrem Gerät verbaut ist, hilft das bereits bei der Einschätzung, wie wahrscheinlich Staub tatsächlich die Ursache ist.
Bei einem Zahnkranzbohrfutter kann zusätzlich der Schlüssel selbst verloren gehen oder verschmutzen, sodass sich die Backen ebenfalls nicht mehr sauber bewegen lassen, obwohl der eigentliche Mechanismus intakt ist. Prüfen Sie in diesem Fall zuerst, ob ein Ersatzschlüssel vorhanden ist oder besorgt werden kann, bevor Sie einen Defekt am Bohrfutter selbst vermuten.
Schritt-für-Schritt-Reihenfolge
Beginnen Sie immer mit dem Ausblasen von Staub, gefolgt von vorsichtigen Hin- und Herbewegungen der Hülse. Erst wenn das nichts bewirkt, kommt ein einzelner Tropfen Kriechöl zum Einsatz. Prüfen Sie parallel, ob das eingespannte Werkzeug gerade sitzt und der Akku ausreichend geladen ist. Bleibt die Hülse trotzdem komplett blockiert, deutet das auf einen mechanischen Defekt hin, den Sie nicht mehr selbst beheben sollten.
Vorbeugen: Regelmäßige Pflege des Bohrfutters
Blasen Sie das Bohrfutter nach staubintensiven Arbeiten routinemäßig mit Druckluft aus, statt es einfach so wegzupacken. Öffnen und schließen Sie die Hülse gelegentlich vollständig, auch wenn gerade kein Werkzeugwechsel ansteht, damit sich Staub gar nicht erst dauerhaft festsetzen kann. Wer regelmäßig in Mauerwerk oder Beton arbeitet, findet ergänzende Sicherheitshinweise in unserem Ratgeber In Fliesen bohren, ohne sie zu beschädigen.