Die sternenreichste Jahreszeit
Was kann man im Winterhimmel sehen?
Orion, Sirius und die Plejaden: die dankbarsten Beobachtungsziele der kalten Jahreszeit.
Der Winterhimmel gilt unter Hobby-Astronomen zu Recht als besonders ergiebig: Es wird früher dunkel, und mit dem Sternbild Orion steht eine der markantesten und sternenreichsten Regionen des gesamten Nachthimmels im Fokus. Wer sich einmal orientiert hat, findet von hier aus mühelos weitere lohnende Ziele.
Orion – das Wintersternbild schlechthin
Orion ist an seinen drei markanten, in einer Reihe stehenden Gürtelsternen leicht zu erkennen und damit ein idealer Ausgangspunkt für Einsteiger. Die beiden hellsten Sterne des Sternbilds, der rötliche Beteigeuze und der bläulich-weiße Rigel, bilden einen deutlichen Farbkontrast, der bereits mit bloßem Auge auffällt.
Kaum ein anderes Sternbild lässt sich so einfach wiederfinden wie Orion, weshalb es sich hervorragend als erster Fixpunkt am winterlichen Nachthimmel eignet. Von den Gürtelsternen aus lassen sich anschließend, wie eine Art Wegweiser, mehrere benachbarte Sternbilder und Objekte gezielt aufsuchen.
Der Orionnebel: ein Highlight für jede Optik
Unterhalb des Gürtels, im sogenannten Schwertgehänge des Orion, liegt der Orionnebel – eine Sternentstehungsregion, die schon mit bloßem Auge unter dunklerem Himmel als schwacher, leicht verwaschener Fleck erkennbar ist. Mit einem Fernglas oder Teleskop zeigt sich deutlich mehr Struktur, was ihn zu einem der beliebtesten Deep-Sky-Ziele des Winterhimmels macht.
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Nicht weit von Orion entfernt liegt der Stier mit dem offenen Sternhaufen der Plejaden, der schon mit bloßem Auge als kleine Gruppe eng beieinanderstehender Sterne auffällt. Ebenfalls in der Nähe finden sich die Zwillinge sowie der Große Hund mit Sirius, dem hellsten Fixstern des gesamten Nachthimmels.
Verlängert man die Linie der drei Gürtelsterne des Orion nach unten links, gelangt man direkt zu Sirius – ein einfacher Trick, um diesen auffällig hellen Stern sicher zu identifizieren. Verlängert man dieselbe Linie in die andere Richtung, führt sie in Richtung des rötlichen Aldebaran im Sternbild Stier, nahe bei den Plejaden.
Was mit bloßem Auge und Fernglas sichtbar ist
Schon ohne jede Optik lassen sich die Grundformen von Orion, Stier und Großem Hund erkennen sowie die auffällige Sternengruppe der Plejaden. Ein Fernglas macht die Plejaden deutlich detailreicher sichtbar und zeigt bereits mehr Struktur im Orionnebel, ohne dass ein Teleskop aufgebaut werden muss.
Ein Fernglas hat gegenüber einem Teleskop den Vorteil, dass es sofort einsatzbereit ist und ein größeres Sichtfeld bietet – ideal, um zunächst einen Überblick über eine Himmelsregion zu gewinnen, bevor gezielt mit dem Teleskop hineingezoomt wird. Für den spontanen Blick zwischendurch bleibt ein Fernglas deshalb eine praktische Ergänzung zum Teleskop.
Was ein Teleskop zusätzlich zeigt
Ein Teleskop mit größerer Öffnung offenbart im Orionnebel deutlich mehr Struktur und macht auch lichtschwächere Sternhaufen der Region sichtbar, die mit bloßem Auge oder Fernglas verborgen bleiben. Gerade für Deep-Sky-Ziele wie diese lohnt sich mehr Öffnung fürs Budget, wie sie Dobson-Teleskope bieten – mehr dazu unter Dobson-Spiegelteleskope.
Auch die Jupitermonde und die Ringe des Saturn, die im Winter ebenfalls gut platziert stehen können, gehören zu den Zielen, die mit einem Teleskop einen deutlichen Mehrwert gegenüber Fernglas oder bloßem Auge bieten. Mehr zu diesen Beobachtungszielen lesen Sie im Ratgeber Mond und Planeten beobachten.
Der richtige Zeitpunkt am Winterabend
Da es im Winter bereits am frühen Abend dunkel wird, lassen sich Beobachtungen gut in den normalen Tagesablauf einplanen, ohne bis spät in die Nacht aufbleiben zu müssen. Wie Sie eine Beobachtungsnacht sinnvoll vorbereiten, erklären wir im Ratgeber Erste Beobachtungsnacht planen.
Im Laufe des Winters wandert Orion im Verlauf des Abends sichtbar über den Himmel, sodass sich seine Position je nach Uhrzeit unterscheidet. Eine Sternenkarte oder App hilft dabei, sich schnell zu orientieren, unabhängig davon, zu welcher Stunde des Abends Sie beobachten möchten – mehr dazu im Ratgeber Sternenkarten & Apps für Einsteiger.
Kälte und Standort nicht unterschätzen
Klare Winternächte sind oft besonders ruhig und scharf, bringen aber auch niedrige Temperaturen mit sich – warme Kleidung und ausreichend Zeit zur Anpassung an die Kälte gehören daher zur Grundausstattung. Auch die Standortwahl bleibt entscheidend: Details dazu finden Sie im Ratgeber Lichtverschmutzung & Standortwahl, Hinweise zum Transport im kalten Winter im Ratgeber Pflege & Transport.
Denken Sie auch daran, dem Teleskop selbst etwas Zeit zu geben, sich an die Außentemperatur anzupassen, bevor Sie mit der eigentlichen Beobachtung beginnen – gerade bei größeren Geräten kann ein noch nicht ausgekühlter Tubus die Bildschärfe zu Beginn des Abends etwas beeinträchtigen. Warme Getränke und eine Sitzgelegenheit machen längere Winterabende zudem deutlich angenehmer.
Fazit: Orion als Tor zum Winterhimmel
Wer sich am markanten Gürtel des Orion orientiert, findet mühelos zu den weiteren Highlights des Winterhimmels – vom Orionnebel über die Plejaden bis zum hellen Sirius. Kaum eine andere Jahreszeit bietet Einsteigern so viele leicht auffindbare, lohnende Beobachtungsziele auf einmal, was den Winterhimmel zu einem besonders dankbaren Startpunkt für den Einstieg in die Astronomie macht. Auch Sternschnuppen lassen sich bei klarem Himmel oft nebenbei beobachten – ganz ohne Teleskop, wie wir im Ratgeber Sternschnuppen beobachten ohne Teleskop erklären.